ehemaliges OSRAM-Gelände

München

Das OSRAM HAUS, als ehemaliger Sitz eines bedeutenden deutschen Unternehmens bestimmt den Ort am Übergang vom Isarraum in die Stadt. Ein wertvoller architektonischer Beitrag zur deutschen Nachkriegsmoderne. Vor allem das Format des Hauses, bedingt durch die ohne weiteres künstlich belichtbaren Großraumbüros erscheint nahe an der großen Straße und dicht an der Isaraue eine wichtige Marke des Stadtraums Münchens.

Als besonderer, eigener Stadtbaustein wird das Gebäude freigestellt, in die Isarauen integriert.

Entsprechend verhält sich die neue Wohnbebauung im Südosten als natürliche Ergänzung des bestehenden Stadtraums Untergiesings. Es entstehen zwei polygonale ruhige Wohnhöfe die sich nach Südosten in der Höhe von VII auf IV Geschosse abstaffeln. Im Norden, zur Candidstraße schafft ein hoher langegestreckter Bauteil den geforderten Schallschutz für die Wohnungen und Freiflächen im Süden. Ganz im Osten schließt die Struktur nahezu profilgleich an die bestehende Brandwand an.

Gleichzeitig vermittelt die vom Straßenverlauf zurückweichende Linie zwischen den Räumen der Isar und der Stadt.

Die Nutzungsänderung an dieser besonderen Lage ermöglicht eine bessere Durchwegung und Anbindung des Quartiers mit Untergiesing und dem Isarraum. Die neuen öffentlichen Freiflächen begleiten die Wegeverbindungen. Durch die räumliche Aufweitung zwischen dem Bestandsgebäude und den neu eingefügten Wohnhöfen entsteht an dieser besonderen Schnittstelle eine Platzsituation, die als wichtiger Bezugspunkt für das neue Quartier dient und in Verbindung mit der Nachnutzung des Osramgebäudes als städtischer Baustein im Übergang zum naturraum entlang der Isar funktioniert.

Im Neuen „EinFamilienhaus“ das im Gebäude des ehemaligen OSRAM Hauses entstehen soll, verbinden sich verschiedene städtische Nutzungen unter einem Dach. Im Erdgeschoß bietet eine KITA und ein KIGA sowie ein Altenservicezentrum bzw. ein „Daycare Center for the Eldery“ während im ersten OG Raum für dienstleistungsorientiertes Arbeiten Kanzleien, Agenturen oder zum Teil als “co-working spaces“ entstehen. Darüber, um ein offenes Atrium gruppiert, stapeln sich verschiedene Wohnungen für Ältere, Singles, WGs und Familien zu einem Modell eines echten Mehrgenerationen Hauses.

Die für den Stadtraum so wichtigen Erdgeschoßzonen bestimmen durch verschiedene Lagen (Ebenen gleich, mit Hochparterre oder über hoch ausgeführt) wie auch durch die mögliche Belegung mit unterschiedlichen Nutzungen entsprechend der Lage im Stadtraum unterschiedliche Charakteristika von Urbanität im Quartier. Die Eingänge zu den Häusern adressieren sich alle nach außen in den öffentlichen Stadtraum.

Das Osram Haus wird als Bestandsgebäude wertgeschätzt und ernst genommen. Die baulichen Elemente, die seine Wirkung als elegantes, modernes Gebäude bestimmen werden erhalten. So kommt die tragende Stahlkonstruktion des Hauses den Umbauten sehr zu gute. Die große Bestandstiefe wird in den unteren Geschoßen zu einer zweigeschossigen, zentralen Halle zur gemeinschaftlichen Nutzung, von oben über das Atrium belichtet, genutzt. Sie bildet das Zentrum des neuen Vielzweck Mehrgenerationenhauses.

Die Bestandsfassade bleibt so weit wie möglich erhalten. Dahinter und im Inneren des Atriums wird eine neue wärmedämmtechnisch angemessene Fassade ergänzt. Der entstehende thermische Pufferraum dient als Schallschutz, als Wintergarten oder auch, wenn die neu ergänzten Drehflügelfenster offen stehen als Sonnendeck.

Die gezeigten Wohngrundrisse nehmen typologisch, je nach Lage im Stadtraum differenziert auf die jeweiligen Situationen Rücksicht. Über Spännererschliessungen lassen sich je nach Lage verschiedene Wohnungskombinationen realisieren. Den verschiedenen Wohnungen werden Freibereich in Form von Loggien oder großzügigen Balkonen zum Schallgeschützten Innenraum bzw. nach Süden oder zur Isar hin ermöglicht. Die EG Wohnungen können kleine Gärten bzw. Terrassen erhalten.